08
Aug
2015

Wünsch dir was!

Tief CHRISTIAN führte in den vergangenen Tagen im Zusammenspiel mit Hoch FINCHEN, das sich hartnäckig über Osteuropa hält, in einer südwestlichen Strömung heiße Luftmassen nach Deutschland. Am gestrigen Freitag stöhnte Deutschland dabei erneut unter einer starken bis extremen Wärmebelastung mit gefühlten Temperaturen örtlich sogar erneut über 40 Grad auf. Lediglich im Nordwesten und an den Küsten blieb die Lufttemperatur in zwei Metern Höhe meist unter 30 Grad. Entsprechend konnte an der wohl bereits bekannten Station in Kitzingen erneut ein Tageshöchstwert von 40,3 Grad Celsius gemessen werden. Da wünscht man sich doch eine erfrischende Abkühlung.

Und wie so oft diesen Sommer, wird die Hitze von kräftigen Gewittern begleitet. In der Nacht zum Samstag lösten vom Saarland und der Eifel bis nach Mecklenburg-Vorpommern Gewitter aus, die teils auch unwetterartige Entwicklungen annahmen. Am heutigen Vormittag beruhigt sich das Wettergeschehen aber vorübergehend und letzte Gewitter ziehen über Nordosten ab, bevor es vor allem im Süden und Osten Deutschlands weiter geht mit einzelnen Schauern und Gewittern, die örtlich mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten können.

Aber ein weiteres Phänomen kündigt sich im August an: die Perseiden. Für alle, die sich nicht mit dem nächtlichen Sternenhimmel beschäftigen: Es geht um Sternschnuppen! Die Erde "durchfliegt" auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne im Laufe des Jahres verschiedene Meteorströme (auch Meteorschauer genannt), die aus den Auflösungsprodukten wie Staub oder Gesteinsresten von Kometen bestehen. Die Perseiden sind dabei der wohl bekannteste Meteorstrom und bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Jedes Jahr um den 12. August kreuzt die Erde den Meteorschauer auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Die damit einhergehenden Leuchterscheinungen werden von den Teilchen dieses Stroms (Staub oder Gesteinsreste) erzeugt, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Es leuchten jedoch nicht nur die Teilchen selbst. Durch die starke Hitzeentwicklung werden Luftmoleküle in der Umgebung ionisiert, was den Leuchtstreifen verursacht.

Meteorströme werden nach den Sternbildern benannt, aus denen sie für den Beobachter aufzutreten scheinen. Im Fall der Perseiden nimmt der Beobachter den Ursprung im Sternbild Perseus wahr, nach dem die Perseiden benannt sind. Am Abendhimmel ist das Sternbild Perseus dann über den folgenden Weg zu finden: Verlängert man die hintere Achse des Sternbilds "Großer Wagen" über den Polarstern zum Sternbild Kassiopeia, steht "Perseus" genau senkrecht zu dieser Achse rechts von Kassiopeia. Kassiopeia ist übrigens eines der bekanntesten Sternbilder am sommerlichen Nachthimmel und wird aufgrund seiner Ähnlichkeit zum Buchstaben W als "Himmels-W" bezeichnet. Unter www.dwd.de/tagesthema finden Sie die skizzierte "Wegbeschreibung" (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Perseiden).

Der gesamte Aktivitätszeitraum der Perseiden liegt zwischen dem 17. Juli und dem 23. August, ihr diesjähriges Aktivitätsmaximum erreichen sie voraussichtlich am Morgen des kommenden Mittwochs, dem 13. August. Entsprechend liegt die beste Zeit zur Beobachtung der Sternschnuppen in der zweiten Nachthälfte der Nacht von Dienstag auf den Mittwoch. Aber auch in den Nächten davor und danach sind nach Mitternacht (die beste Beobachtungszeit liegt etwa zwischen 2 und 4 Uhr MESZ) meist viele Sternschnuppen am Nachthimmel, vorausgesetzt natürlich, dieser ist wolkenfrei. In der Nacht zum 13. August können innerhalb einer Stunde bis zu 100 Sternschnuppen auftreten. Der Mond beeinträchtig die Sichtbedingungen dabei nicht: Er ist nur tagsüber als sehr schmale, abnehmende Sichel zwei Tage vor Neumond am Himmel zu finden und geht bereits um 19:07 Uhr unter.

Bleibt also nur noch abzuwarten, ob auch das Wetter gute Sichtbedingungen zulässt. Bei der Sichtung einer Sternschnuppe hat man dem volkstümlichen Aberglauben nach übrigens einen Wunsch frei. Verpassen sie das Himmelsspektakel also nicht. Vielleicht geht der Wunsch nach Abkühlung ja in Erfüllung.

MSc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.08.2015

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