21
Aug
2015

Die strahlende Sonne - Teil 2 -

Im Thema des Tages von vorgestern (18.08.15) wurde bereits beschrieben, dass die Sonne viel mehr Energie abstrahlt, als bei uns auf der Erdoberfläche tatsächlich ankommt. Gleichermaßen sehen und fühlen wir nur einen sehr kleinen Teil des Strahlungsspektrums der Sonne.

Denn die Sonne sendet ein breites Spektrum von Strahlung aus mit unterschiedlichen Wellenlängen. Je kleiner die Wellenlänge, desto energiereicher (und für uns Menschen gefährlicher) ist die Strahlung.

So schickt die Sonne also nicht nur das für uns Menschen sichtbare Licht auf die Erde. Am roten Rand der Regenbogenfarben schließt sich die langwellige Infrarotstrahlung an, die wir als Wärme wahrnehmen (vielleicht hat der ein oder andere diesen Effekt schon einmal durch eine Infrarot-Wärmelampe gespürt).

Dem sichtbaren Violett auf der anderen Seite der Regenbogenfarben folgt die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung), die wir weder fühlen noch mit den Augen wahrnehmen können (Bienen beispielsweise sehen hingegen auch im ultravioletten Bereich). Dennoch hat die UV-Strahlung starke biologische Auswirkungen, besonders auf Haut und Augen.

Ähnlich wie das sichtbare Licht in verschiedene Spektralfarben unterteilt wird, so unterscheidet man die UV-Strahlung entsprechend seiner Wellenlänge zwischen den drei Bereichen UV-A, UV-B und UV-C.

Die von den dreien kurzwelligste UV-C Strahlung wird von der Lufthülle der Erde völlig herausgefiltert und erreicht die Erdoberfläche nicht. Die UV-B-Strahlung wird von der Ozonschicht teilweise geschwächt, während die UV-A-Strahlung von der selbigen weitgehend durchgelassen wird.

Wie so vieles im Leben hat auch die UV-Strahlung zwei Seiten: Einerseits hat sie, vor allem durch die Bildung von Vitamin D, eine positive Wirkung auf unseren Körper, andererseits führt sie (durch übermäßiges Sonnenbaden oder Solarienbesuche) zu dauerhaften Hautschäden. Die UV-A-Strahlen können tief in die Haut eindringen und führen vor allem zu Schäden in der Lederhaut, der mittleren Hautschicht, d.h. sie sind für die Alterung der Haut verantwortlich.

UV-B-Strahlung kann nicht so tief in die Haut eindringen. Bei geringen Dosen bildet die Haut eine Lichtschwiele (Hautbräunung), eine Verdickung der obersten Hautschicht, sodass sie wie ein natürlicher Sonnenschutz wirkt. In größeren Mengen können die UV-B-Strahlen allerdings die Zellmembran schädigen, Sonnenbrand verursachen und sind somit an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt. Aber auch die bis vor wenigen Jahren verharmlosten UV-A-Strahlen sind gefährlich. In hohen Dosen können auch sie Sonnenbrände auslösen.

Noch gefährlicher als die ultraviolette Strahlung sind allerdings die Röntgen- und Gammastrahlung, die unter anderem in der Medizin Anwendung finden. Während zur Abschirmung dieser hochenergetischen Strahlung meist Blei verwendet wird, reicht als Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, dichte Kleidung sowie eine Sonnenbrille auf der Nase.

Diese Dinge sind auch in den nächsten Tagen sinnvolle Begleiter, wenn uns Hoch ISABEL wieder viel Sonnenschein, aber eben auch eine hohe UV-Belastung (entsprechende UV-Gefahrenindex-Vorhersagen unter www.dwd.de/uvindex) beschert.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.08.2015

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