26
Sep
2015

Die 10. Deutsche Klimatagung

Vom 21.-24.09.2015 fand in Hamburg die von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) und dem Klima Campus Hamburg veranstaltete 10. Deutsche Klimatagung (DKT) statt. Die 1. Klimatagung wurde noch vor der Wende geplant, um den Austausch zwischen den Klimaforschern aus Ost und West zu fördern und wurde schließlich erstmals 1990 in Gosen bei Berlin veranstaltet.

Immer neue Tagungen sind notwendig, weil es neue Arbeitsverfahren, neue Erkenntnisse (in der Klimaforschung besonders wichtig zum Thema Wasserkreislauf) und schnellere Rechner gibt, was (hoffentlich) zu genaueren Vorhersagen des zukünftigen Klimas führen wird.

Dass das Thema Klima(änderungen) derzeit wieder hochaktuell ist, spiegelt sich in den Zeitungen wider. Am Dienstag der Klimatagung, also außerhalb des Sommerlochs, lasen wir in einer überregionalen Zeitung Artikel zu folgenden Themen: Allianz (der Stahlindustrie) gegen den Klimaschutzplan, höhere Staatshilfen für Öl und Kohle als für den Klimaschutz, heißester August aller Zeiten, extremer Massenverlust der Alpengletscher in 2015 und schließlich einen ausführlichen Artikel zum Thema zukünftiger Klimaflüchtlinge.

Womit beschäftigen sich die Wissenschaftler auf so einer Tagung? Zunächst einmal mit dem Offensichtlichen, mit Vorträgen über den Klimawandel im rein meteorologischen Sinne. Dabei inzwischen mit einem verstärkten Fokus auf den regionalen Änderungen, denn weltweite Mittelwerte sagen über den regionalen Klimawandel wenig aus.

Der zweite der nahezu gleichwertigen Themenkomplexe lieferte Vorträge über Klimafolgen im regionalen (z.B. Norddeutschland) und lokalen (z.B. Hamburg) Bereich. Beispielsweise über in Zukunft schneefreie Wintersportorte oder die Folgen für Land- und Forstwirtschaft.

Der nächste Themenblock beschäftigte sich mit der Klimaanpassung und der Milderung bzw. Abschwächung der Klimaänderung (Mitigation). Mitigation kann man zum Beispiel durch Änderung von Produktionsprozessen zur Vermeidung des CO2 Ausstoßes erreichen. Anpassen müssen sich Wintersportorte dem Schneemangel; die Landwirtschaft muss sich auf andere Pflanzensorten umstellen, wie das heute beim Weinbau in Ansätzen schon geschieht.

Danach wurden unter dem Thema "Klimaservice durch Partnerschaften" über die Methoden diskutiert, mit denen man die notwendige Anpassung aus der wissenschaftlichen Ebene in die Realität überträgt.

War bis dahin für Klimaskeptiker in dieser Tagung kein Platz, so wurde im letzten Themenkomplex Klimakommunikation - Mediale Diskurse und Öffentlichkeit - auf die mediale Verbreitung der Klimaskepsis intensiv eingegangen.

Da sozialwissenschaftliche Betrachtungen in unserem Thema des Tages sonst nicht vorkommen, werden nun die einzelnen Vortragsthemen vorgestellt werden; ein späteres Thema des Tages wird sich an dieser Stelle ausführlicher mit den sozialwissenschaftlichen Themen der 10. DKT beschäftigen.

Die beiden ersten Vorträge untersuchten die journalistischen Ausgewogenheit der Berichterstattung zur Klimaänderung und die fünf Klimatypen der deutschen Bevölkerung (von alarmiert bis zweifelnd). Während die Klimaskeptiker bei beiden Themen mitbetrachtet wurden, beschäftigte sich der Vortrag "Sphären der Skepsis: Eine Frameanalyse von klimaskeptischen Argumenten in journalistischen und usergenerierten Portalen und deren Kommentaren" ausschließlich mit diesem Aspekt. Weitere Vorträge gab es zur wissenschaftlichen Akzeptanz der IPCC-Berichte (Sachstandsberichte innerhalb der UN zum aktuellen Stand der Klimaforschung), zum Zwei-Grad-Ziel im Mediendiskurs und dem Versuch Forstwirte in Klimadingen zu sensibilisieren.

Abschließend stellte das deutsche Klimakonsortium (DKK), es repräsentiert die wesentlichen Akteure der deutschen Klima- und Klimafolgenforschung, das Positionspapier: "Perspektiven für die Klimaforschung 2015 bis 2025" vor.

Wer sich die Vortragsthemen der 10. DKT im Detail ansehen möchte, benutzt bitte folgenden Link: http://meetingorganizer.copernicus.org/DKT-10/sessionprogramme

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.09.2015

© Deutscher Wetterdienst