24
Dec
2015

Andere Länder, anderes Weihnachtswetter

In Deutschland werden beim diesjährigen Weihnachtsfest schon wieder die Farben Grün oder Grau dominieren ("Same procedure as every year" oder "Alle Jahre wieder" frei nach "Dinner for One"), vom gewünschten Weiß fehlt dagegen jede Spur. In vielen anderen Ländern gibt es aber durchaus Schnee, auf der Südhalbkugel dagegen herrscht zum Weihnachtsfest Sommer. Eine kleine gedankliche Reise in ausgewählte Länder rund um den Globus zeigt im Folgenden die Unterschiede.

Unsere erste Station soll Finnland sein. Vor allem der heutige 24. Dezember steht dort im Blickpunkt des Weihnachtsfests. Dabei wird am Mittag der Weihnachtsfrieden ausgerufen, anschließend gibt es Gottesdienste und/oder einen Besuch auf dem Friedhof. Später wird im engen Familienkreis gefeiert, vor dem Essen kommt es dann zu einem obligatorischen Saunagang sowie der Bescherung. Außer im Süden des Landes liegt aktuell an einigen Stellen in Finnland Schnee (im Norden sogar bis 52 cm hoch), dazu gibt es zumindest im Norden auch Dauerfrost und die eine oder andere Schneeflocke von oben als Zugabe.

"Fliegen" wir weiter zu den Britischen Inseln, wo das Fest sehr ähnlich wie in Deutschland gefeiert wird. Schnee gibt es Heiligabend zum Höhepunkt des Festes wie bei uns kaum zu sehen. Und auch der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag mit Besuchen bei der Familie sind ähnlich grün und mit zum Teil zweistelligen Höchstwerten ähnlich warm wie in Deutschland (siehe dazu auch die Grafik des Weltwetters am 24. Dezember 2015 unter www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2015/12/24.html). Höchstens im schottischen Bergland kann mal eine Flocke vom Himmel rieseln.

Den nächsten Halt machen wir nach einem Flug über den "Großen Teich" in Kanada. Dort kommt der Weihnachtsmann meist in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages werden die Geschenke geöffnet. Zur Freude der Schneefans liegt das Land aktuell häufig unter einer Schneedecke (in den Bergen zum Teil über einen Meter hoch). Rund um die Großen Seen und an den Küsten ist es jedoch überwiegend grün und bei Regenfällen und Höchstwerten bis 18 Grad wenig winterlich.

Weiter zum nächsten Kontinent machen wir Halt in Uruguay. Heiligabend kommen dort die Familien zusammen, um bei einem Barbecue ausgelassen zu feiern. Um Mitternacht gibt es dann sogar ein Feuerwerk (!) und anschließend Geschenke. Das alles kann man dort in sommerlicher Kleidung genießen, denn selbst nachts kühlt es sich meist nur bis knapp unter 20 Grad ab. Tagsüber wird es 26 bis 32 Grad warm bei viel Sonnenschein und hier und da vielleicht einem Gewitter.

Wieder zurück über den Atlantik legen wir den nächsten Stopp im afrikanischen Ghana ein. In Afrika wird das Weihnachtsfest eher selten begangen. In Ghana gibt es am 25. Dezember Gottesdienste und Familienfeiern, am 26. Dezember zum Teil auch Geschenke. Bei Temperaturen zwischen 32 und 36 Grad wird häufig auf den Straßen geschwitzt und gefeiert.

Die nächste Station unserer Weltreise führt uns nach Australien, wo Hochsommer herrscht. Weihnachten findet deshalb oft am Strand, im Garten oder am Pool statt, aber auch Tannenbäume mit Glühlampen werden gesichtet. Am Heiligabend pilgern Tausende ins Freie, kaufen sich eine Kerze und singen Weihnachtslieder wie etwa (ironischerweise) "White Christmas". Geschenke gibt es am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages. Bei 28 bis 40 Grad (an den Küsten teils etwas kühler) scheint dabei dieses Jahr die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel, teils heftige Schauer und Gewitter sind aber vor allem an der Küste im Norden des Landes mit von der Partie.

Nach diesem heißen Ausflug verschlägt es uns zuletzt noch nach Japan auf den asiatischen Kontinent. Die Feiern zum Jahresende haben hier zwar eine größere Bedeutung, das Fest der Liebe wird aber auch mit kleinen Geschenken und schönem Essen im Familienkreis gefeiert. Singles jedoch verabreden sich dann häufig zu einem Date. Insbesondere auf der nördlichen Insel Hokkaido und dem äußersten Norden von Honshu kann es dieses Jahr bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt tagsüber und zeitweiligen Schneefällen durchaus weiß werden, sonst liegen die Temperaturen bei 3 bis 19 Grad meist zu hoch, Regen gibt es aber eher selten.

Weitere Informationen zum Weltwetter können Sie auf unseren Seiten unter www.dwd.de/weltwetter abrufen.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.12.2015

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