16
Feb
2016

Wieder nur ein kleines "Wintermezzo"

Nach den stürmischen und milden Tagen zu Beginn des Februars brachte Tief "Ulrika" von Norden her endlich wieder Niederschläge, die öfter in der festen Phase gefallen sind. Während sich in der Nordhälfte stellenweise auch in den tieferen Lagen eine weiße Zuckerschicht bilden konnte, kamen nach Süden hin lediglich die Berge in den Genuss von etwas Neuschnee.

Mit zunehmendem Einfluss von Hoch "Friedhelm", das am heutigen Dienstag mit einem Zentrum über Schleswig-Holstein liegt, kehrt etwas Ruhe in die Wetterküche ein und die Niederschläge der vergangenen Tage sind weitgehend abgeklungen, nur an den Alpen schneit es noch ein wenig. Vor allem in West- und Norddeutschland führen absinkende Luftmassen in der Nähe des Hochdruckzentrums zu Wolkenauflösung sowie schließlich zu längerem Sonnenschein und tragen damit zur Gemütsaufbesserung bei.

Aber zumindest temperaturmäßig kommt ein "leicht winterliches Feeling" auf. Während tagsüber das Quecksilber in den Niederungen wenige Grad über Null ansteigt, wird nachts verbreitet Frost zwischen 0 und -5 Grad, im Bergland bis -9 Grad erwartet. Bei klarem Himmel über Schneeflächen kann durchaus auch strenger Frost unter -10 Grad auftreten.

In der Nacht zum Mittwoch übernimmt dann zunehmend das Tief "Virginie" von Süden her das Wetterzepter auch in Teilen Deutschlands. Zunächst schiebt "Virginie" vorderseitig eines Tiefausläufers über dem Balkan dichte Wolkenfelder über die Alpen hinweg nordwärts, die zunächst südlich der Donau für etwas Schnee sorgen. Mit der Verlagerung des Tiefs in nordöstliche Richtung greifen die Wolkenpakete samt geringem Schnee auch auf die Mitte sowie den Osten des Landes über. Der Westen und Norden profitieren dagegen vorerst weiter von Hoch "Friedhelm". Auf eine teils klare Nacht folgt dann auch ein recht sonniger Tag. (Siehe Abb. 1)

Erst zum Freitag verabschiedet sich "Friedhelm" nach Osteuropa und macht von Westen her wieder die Bahn für Tiefausläufer frei. Der erste Vorstoß milder und feuchter Meeresluft bringt auf seinem Ostkurs zunächst aber noch oft Schnee oder Schneeregen.

Der zweite Tiefausläufer, der zum Samstag folgt, kommt dann aber mit voller Wucht und führt zumindest vorübergehend zu einer Umstellung der Wetterlage. Neben einer leichten Milderung peitscht der teils stürmische Wind den Regen über das Land. Orographisch bedingt kann es vor allem in den Weststaulagen der Mittelgebirge auch länger anhaltend und kräftig regnen.

Auf dem Atlantik stehen sich wie Anfang des Monats erneut zwei ausgeprägte Druckgebilde gegenüber. Während von Grönland bis zum Baltikum wieder tiefer Luftdruck vorherrscht, breitet sich von den Azoren bis ins östliche Mittelmeer hoher Luftdruck aus. Zwischen beiden Druckgebilden wehen die Winde schließlich wieder in zonaler, also West-Ost-Richtung. Deren Stärke ist dabei maßgeblich von den Druckunterschieden beider Systeme abhängig. (Siehe Abb. 2)

So ziehen die Winterfans in der ohnehin nur noch knapp bemessenen Winterrestlaufzeit wieder mal den Kürzeren - der Winter läuft weiter mit angezogener Handbremse und ist nur auf Stippvisiten im Land.

Dipl.-Met. Peggy Hofheinz / Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.02.2016

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