06
May
2016

Es werde Licht...

Wer gestern an "Christi Himmelfahrt", auch Vater- Männer- oder Herrentag genannt, eine Runde an der frischen Luft gedreht hat, konnte (endlich) wieder vermehrt Leute mit Sonnenbrillen beobachten. Und in Biergärten sowie an Stränden war auch zurecht häufig Sonnencreme im Einsatz.

Natürlich kann man besagte Brillen und Cremes unter dem Begriff "Sonnenschutz" zusammenfassen. Das blendet aber aus, dass sie vor zwei unterschiedlichen physikalischen Größen des Sonnenlichts schützen. Die Cremes sollen vor Sonnenbrand und in der Folge vor möglichem Hautkrebs schützen. Die dafür verantwortliche UV-Strahlung ist sehr energiereich, mithin schützt die Sonnencreme vor der Strahlungsenergie. Die Sonnenbrille dagegen reduziert den auf das Auge treffenden Lichtstrom (wenn auch viele Sonnenbrillen heute zusätzlich schon einen UV-Schutz haben). Salopp gesprochen reduziert sie also durch Streuung oder Absorption die "Zahl" der Strahlen, die das Auge erreichen. Dies ist umso wichtiger, als bei den aktuell fast wolkenlosen Bedingungen der Lichtstrom ununterbrochen recht stark ist und Erholungsphasen für das Auge fehlen.

Technisch betrachtet gelingt es im heutigen Zeitalter der Laser ziemlich gut, solche Bedingungen eines konstanten Lichtstroms zu erzeugen. Früher war dies durchaus schwierig. Im 19ten Jahrhundert verwendete man zumeist Kerzen, deren Lichtstärke (an der Kerze selbst) und deren abgestrahlter Lichtstrom möglichst geringen Schwankungen unterworfen waren. Die recht konstante Sonnenstrahlung konnte und kann, wegen der nicht gegebenen Reproduzierbarkeit und der vielfältigen Veränderung des Lichtstroms in der Atmosphäre, nicht als Referenzgröße verwendet werden.

Obwohl man aktuell durchaus auf die Idee kommen könnte, dass genau dies in den kommenden Tagen möglich sein müsste. Mit anderen Worten: Auch am bevorstehenden Wochenende scheint die Sonne fast ungehindert, es bleiben also zunächst die sonnigen Witterungsbedingungen erhalten ...

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.05.2016

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