09
Nov
2010

Die fünfte Jahreszeit - dieses Mal XXL

Ein Teil der Bevölkerung erwartet ihn sehnlichst, der andere Teil wendet sich naserümpfend ab - der Beginn der sogenannten fünften Jahreszeit am 11.11. um 11.11 Uhr steht bevor. Egal wie man zu Karneval, Fastnacht, Fasching usw. steht, diese 'Session' ist eine der längsten, die überhaupt möglich sind. Sie endet erst mit dem Aschermittwoch am 9. März des kommenden Jahres.

Der Termin des Aschermittwoch richtet sich dabei nach dem Osterdatum, genauer gesagt, er liegt 46 Tage vor dem Ostersonntag. Der Ostersonntag wiederum ist nach alter Definition der Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Berechnung zwecks Vereinfachung, später auch globaler Vereinheitlichung modifiziert. Heutzutage wird das Osterdatum im Wesentlichen nach einem auf Carl Friedrich Gauß zurückgehenden Formelsatz berechnet. In seltenen Ausnahmefällen greift nochmals eine Korrektur, so dass letztendlich der Ostersonntag frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April fällt.

Im kommenden Jahr ist am 24. April, also am zweitspätesten Termin, Ostersonntag. Demzufolge ist auch der Aschermittwoch, der 9. März 2011, der zweitspäteste Termin. Die maximal mögliche Länge der 'fünften Jahreszeit' werden Narren, Jecken und Co. erst im Jahre 2038 erleben, wenn das definitionsgemäß späteste Osterdatum ansteht.

Bleibt zum Schluss nur die Frage, was das Wetter zum Anpfiff der närrischen Zeit macht. Zumindest für die Hochburgen am Rhein ist dabei verhaltener Optimismus angesagt. Zwischen dem abziehenden Regen vom Mittwoch und dem neuen Regen zum Donnersagabend dürfte es dort tatsächlich zur fraglichen Zeit, am Donnerstag, 11.11. um 11.11 Uhr weitgehend trocken bleiben. Die Temperaturen um 6 oder 7 Grad sind dabei durchaus erträglich. In Norddeutschland gibt es sogar größere sonnige Abschnitte, es ist aber etwas frischer. Deutlich trüber sieht es in Richtung Südosten aus, wo dichte Wolken etwas Sprühregen, in höheren Lagen auch Schnee bringen. In diesem Sinne also Helau und Alaaf (andere 'Dialekte' müssen der Übersichtlichkeit halber entfallen)!

 

Dipl.-Phys. Ansgar Engel
Deutscher Wetterdienst
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