10
Nov
2010

Stürmische CARMEN im Anmarsch

Während sich bei uns zunächst noch relativ ruhiges, teils trübes Novemberwetter breitmacht, hat sich auf dem Atlantik ein recht ordentliches Sturmtief namens CARMEN zusammengebraut. Die temperamentvolle Dame zieht nun in Richtung Britische Inseln. Der Kern des Tiefs wird dabei voraussichtlich in der Nacht zum Freitag Schottland überqueren und sich anschließend im weiteren Verlauf des Freitags über die Nordsee und Südschweden hinweg zur Ostsee bewegen. Dabei gerät Deutschland zu weiten Teilen in das Starkwindfeld des Tiefdruckgebietes. Erste Ausläufer von CARMEN erreichen den Westen des Bundesgebietes voraussichtlich im Laufe des Donnerstags. Dort ziehen bis zum Abend dichte Regenwolken auf, und auch der südliche Wind frischt spürbar auf.

Erste starke bis stürmische Böen sind zu erwarten, in freien Lagen des Berglandes gibt es Sturmböen, teils schon schwere Sturmböen. In der Nacht zum Freitag nimmt der auf Südwest drehende Wind in allen Landesteilen weiter zu, es gibt verbreitet stürmische Böen um 70 km/h, in freien Lagen Sturmböen um 80 km/h, an der Küste und in Kammlagen des Berglandes schwere Sturmböen um 100 km/h, vereinzelt orkanartige Böen, auf den Gipfeln Orkanböen über 118 km/h. Dazu gesellen sich teils kräftige Regenfälle. Am Freitag bleibt der Südwestwind zunächst frisch bis stark mit verbreiteten stürmischen Böen und Sturmböen, in freien Lagen gibt es schwere Sturmböen, an der Nordsee und im Bergland teils orkanartige Böen, in Gipfellagen Orkanböen. Zum Abend nimmt der Wind dann etwas ab. Es bleibt unbeständig mit teils kräftigen Schauern, im Süden auch anhaltendem Regen, im Norden einzelnen Gewittern. Angesichts dieser Aussichten tröstet unter Umständen der Hinweis, dass mit dieser stürmischen Wetterlage ein sehr milder Witterungsabschnitt eingeleitet wird. So liegen die Höchstwerte am kommenden Wochenende verbreitet im zweistelligen Plusbereich, meist zwischen 12 und 18 Grad. Ein Wintereinbruch rückt damit zunächst in weite Ferne.

 

Dipl.-Phys. Ansgar Engel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

© Deutscher Wetterdienst