13
Nov
2010

Windig und mild, dazu reichlich Regen

Die vergangene Nacht zum Samstag war schon eine besondere. Nachtschwärmer, die im Südwesten des Landes unterwegs gewesen sind, werden sie gemerkt haben, die für den November ungewöhnlich milden Temperaturen. Die Spitzenreiter lagen natürlich in Baden-Württemberg mit Werten bis 15,4 Grad. Dort war die Nacht die bisher mildeste Novembernacht seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch von NRW bis nach Bayern hin lagen die Tiefstwerte zum Teil über 10 Grad und somit fast ebenso hoch wie die Temperaturen des vorangegangenen Tages. Allerdings konnte der Rekord- November 1968 nicht getoppt werden. Damals jedoch waren es die ersten Nächte im November.

An diesem milden Witterungsabschnitt ist CARMEN schuld. Dieser Tiefdruckkomplex, der sich derzeit von der nördlichen Nordsee bis zur Ostsee erstreckt, hat eine kräftige südliche Luftströmung zur Folge gehabt, deren Sturmböen wir ja in der Nacht zum Freitag und am Freitag im ganzen Land gemerkt haben.

Nun hat aber diese milde Luft auch eine ganze Menge Wassertröpfen von den Meeren aufgesammelt. Die werden in dem Bereich abgeladen, in dem die milde Luft von Südwesten auf die etwas kühlere Nordseeluft trifft. Bis Sonntag fällt daher in einem Streifen von NRW über den Harz bis nach Sachsen besonders viel Regen. Wenn die mildere Luft am Sonntag langsam nordwärts voran kommt, wird der Regen dann eher den norddeutschen Zeitgenossen das Sonntagswetter vermasseln. Im Süden hingegen kann man bei föhnigen Aufheiterungen zeitweise die Sonne genießen.

Regen wird aber auch in der neuen Woche ein Thema sein, allerdings gehen die Temperaturen bereits am Dienstag wieder spürbar zurück. Für die Hochlagen der Mittelgebirge bedeutet das, dass wieder Flocken fallen werden - Novemberwetter eben!

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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