21
Nov
2010

"Adieu Tristesse" oder vom Durchschnitt zum Normalen

Wie bereits im gestrigen "Thema des Tages" beschrieben, verhielt sich das Wetter der letzten Tage doch sehr durchschnittlich und bot all das, was von einem anständigen November gemeinhin erwartet wird. Nebel und Hochnebel, sowie Nieselregen oder - schlicht und ergreifend - grauer Einheitsbrei verbunden mit recht niedrigen Temperaturen standen auf dem spätherbstlichen Wetterplan. Das Spiel des Wetters findet aber nicht nur an der Mittellinie statt. Normal beim Wetter sind vielmehr die Wechselhaftigkeit und der Wandel mit allen Facetten. Das Salz in der Suppe sind gerade die mehr oder weniger großen Abweichungen von den Mittelwerten, und richtig interessant wird es vor allem, wenn - angetrieben vom Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebieten -

Bewegung in die Wetterküche kommt. Selbiges passiert in den nächsten Tagen. Die Protagonisten der wettertechnischen Turbulenzen in der nächsten Woche sind zum Einen ein Tief, welches sich vom westlichen Mittelmeerraum aufmacht in Richtung Osteuropa. Den anderen Part übernimmt eine Hochdruckzone, die vom Nordostatlantik bis nach Skandinavien reicht. Die dichten Wolken des Mittelmeertiefs erreichen Deutschland in der Nacht zum Montag mit Regenfällen, die sich zunächst auf den Südosten der Republik beschränken. Am Montag kämpfen sich die Regenwolken nach Norden und Nordwesten voran, vom Regen ausgespart bleibt am Abend wohl nur die Region zwischen Niederrhein und Schleswig-Holstein. Diese ganze Mixtur ähnelt aber zumindest noch dem Wetter der letzten Zeit, vielleicht mal abgesehen von den doch kräftigeren Niederschlägen. Das ganze Ambiente bleibt aber meist noch herbstlich grau. Schnee fällt zunächst vor allem im Bergland des Südens und der Mitte. Doch daran ändert sich einiges zur Wochenmitte. Am Rand unseres osteuropäischen Tiefs gelangt am Dienstag und Mittwoch immer kältere Luft in unsere Gefilde. Damit kriecht dann auch der Winter von den Berggipfeln kommend in immer niedrigere Regionen. Glätte und Schnee können sich zum Dienstagabend in Lagen über 400 bis 500 Meter breit machen. Die Nacht zum Mittwoch könnte dann im ganzen Bundesgebiet ziemlich kalt und vor allem auch glatt werden. Der Regen wird dann bis in die Niederungen meist in Schneeregen oder Schnee übergegangen sein, was wenigstens für einige glatte Stellen in den etwas milderen Gebieten gut ist, mancherorts dürfte der Straßenzustand aber durchaus auch als winterlich zu bezeichnen sein. Auch der Ausblick auf den weiteren Verlauf der Woche fällt eher winterlich aus. Die Temperaturen bleiben im Keller und auch mit weiteren Schneefällen muss gerechnet werden. In diesem Sinne dürfen wir uns also von der Tristesse beim Wetter verabschieden und können das - wenn auch nicht durchschnittliche - dennoch aber normale Wetter der nächsten Woche willkommen heißen.

Dipl.-Met. Bernd Zeuschner
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

© Deutscher Wetterdienst