22
Nov
2010

Kaltluft auf Südkurs

Gerade eine Woche ist es her, da war hier im Thema des Tages noch vom "Frühling im November" die Rede. Waren doch am Sonntag, den 14.11. die Temperaturen im Süden und Osten Deutschlands teils noch auf Werte um 20 Grad gestiegen, auch am darauffolgenden Montag wurden am Alpenrand noch bis zu 17 Grad erreicht. Doch in den letzten 7 Tagen hat sich einiges getan. Das Hochdruckgebiet STEPHAN, das sich über Skandinavien aufbaute, blockierte weiteren Tiefs den Weg. Damit kam auch die Zufuhr der sehr milden Luft, die uns die Frühlingstemperaturen gebracht hatte, zum Erliegen. In der Folge versanken große Teile Deutschlands in einem einheitlichen spätherbstlichen Grau.

Doch jetzt kommt erneut Bewegung in die Wetterlage. STEPHAN ist mittlerweile nach Nordrussland abgezogen, sein westlicher Ableger UWE hat sich über Grönland und dem Nordatlantik breit gemacht und hält die atlantischen Tiefs weiterhin auf Distanz - und damit auch die milden Luftmassen. In die Lücke zwischen den beiden Gesellen schiebt sich nun das vom Mittelmeerraum über Osteuropa nordwärts ziehende Tief GUNDULA hinein. Damit kommt in Deutschland wieder mehr Wind auf, jetzt aber aus nördlicher Richtung. Dieser bringt die Kaltluft, die sich schon seit Tagen über Skandinavien angesammelt hatte, langsam zu uns. Bereits heute früh gab es in den höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge wieder eine dünne Schneedecke, auch das höhere Alpenvorland wurde angezuckert. In den kommenden Tagen wird nun - wie in den letzten Tagen schon häufiger thematisiert - die Schneefallgrenze so langsam absinken und die Temperaturen werden sich in allen Höhenlagen auf winterliches Niveau begeben. In den Niederungen wird es dabei aber zunächst überwiegend noch grün bleiben. Mit sinkender Temperatur geht nämlich auch die Niederschlagsneigung langsam zurück. Der Blick auf die mittelfristigen Wetterprognosen (also das Wetter ab Donnerstag) zeigt, dass sich die winterliche Witterung mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum 1. Advent - und vielleicht sogar darüber hinaus - halten wird. Auch Schneefälle werden in einigen Regionen - auch im Tiefland - immer wieder ein Thema sein.

 

Dipl.-Met. Peter Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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