26
Nov
2010

Jetzt ist er da!

Bereits seit letzter Woche wurde er im "Thema des Tages" sowie in unseren Wetterberichten regelmäßig angekündigt, und jetzt ist er auch im Flachland angekommen: der Winter. So mancher Tieflandbewohner hörte, sah und las in den letzten Tagen die Wetterberichte vielleicht etwas ungläubig, war es doch vielerorts noch frostfrei und mit Temperaturen um +5 Grad keineswegs winterlich. In den Hochlagen der Mittelgebirge hatte sich der Winter dagegen schon seit Montag durchgesetzt und sich im Laufe der Woche Meter um Meter nach unten in die Tieflagen vorgearbeitet.

So gab es am heutigen Freitagmorgen erstmals - trotz meist bedeckten Himmels - verbreitet Frost in Deutschland, lediglich im Rhein- und Neckartal sowie in einzelnen Orten in Franken, Sachsen und Thüringen hielt sich das Quecksilber noch knapp über der Nullgradmarke. Selbst direkt an der Küste wurde bei Wassertemperaturen von 6 bis 8 Grad leichter Frost registriert. Auch Schnee gibt es teilweise schon in geringen Mengen bis in tiefe Lagen. Sogar in den sonst schneeärmsten Regionen des Landes. In Lahr am Oberrhein waren es heute früh 3 cm, der Wetterbeobachter am Köln-Bonner Flughafen konnte immerhin 1 cm entdecken und die Wetterfrösche in Offenbach durften zu Dienstbeginn heute früh schon den ersten Schneeschauer erleben. Die 4 cm auf der Insel Borkum reichen sogar schon zum Schneemann bauen.

Das freut natürlich die Wintersportfreunde, allerdings dürfte in einigen Mittelgebirgen (z.B. Eifel und Westerwald) die Schneelage noch nicht für Ski und Rodel ausreichen. Gut sieht es dagegen mit Schneehöhen von meist 20 bis 40 cm in den Hochlagen von Rhön, Thüringer Wald und Westerzgebirge aus, auch in den süddeutschen Mittelgebirgen und in den mittleren Höhenlagen der Alpen liegt schon eine vergleichbare Schneedecke. Das dürfte wohl ausreichend sein, um in manchen Wintersportorten die ersten Lifte in Betrieb nehmen zu können.

Noch etwas mehr Schnee gibt es derzeit im Harz, auf dem Brocken wurden heute früh 80 cm registriert, selbst im nur 600 m hoch liegenden Schierke waren es 35 cm. Noch dicker sind die Schneedecken naturgemäß auf den hohen Alpengipfeln. Auf der Zugspitze (2962 m) waren es heute früh 115 cm, auf dem Säntis (Schweiz, 2502 m) 140 cm und auf dem Hohen Sonnblick (Österreich, 3105 m) 193 cm.

Am bevorstehenden Wochenende bleibt uns der Winter erst mal erhalten. In einigen Regionen Deutschlands wird es weitere Schneefälle geben, dazwischen wird sich aber auch mal wieder etwas öfter die Sonne zeigen. Dabei bleibt es in den Bergländern, sowie im Norden und Osten bei leichtem Dauerfrost, in den Tiefländern des Südens und Westens sind tagsüber noch leichte Plusgrade möglich. In den Nächten gibt es bei Aufklaren mäßigen Frost, über Schnee ist örtlich sogar strenger Frost unter -10 Grad möglich.

Dipl.-Met. Peter Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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