27
Nov
2010

3000 Kilometer zwischen Eiseskälte und Spätsommer

Der Winter hat aktuell große Teile Europas fest im Griff. Nicht nur hierzulande sind die Temperaturen eher unter, denn über dem Gefrierpunkt anzutreffen. Ein Blick auf die europäischen Frühtemperaturen zeigt frostige Verhältnisse auch am Mittelmeer von Spanien bis Italien und zum Balkan. Im Norden Spaniens wurden bis minus 5 Grad gemessen, und auch direkt am Mittelmeer wurden in Südfrankreich 2 Grad unter Null registriert. Dass es auch im Norden Europas sehr kalt ist, mutet da selbstverständlich an. Wie tief die Temperatur teilweise gesunken ist, ist aber schon recht interessant. Im nordnorwegischen Karasjok wurden am Samstagmorgen minus 35 Grad gemessen. Im Nordwesten Russlands sank das Quecksilber bis nahe minus 40 Grad. Minus 39 Grad wurde als Tiefstwert aus Petrun gemeldet, einem Ort nahe dem Ural.

Überhaupt haben sich über Europa in den letzten Tagen große Temperaturunterschiede aufgebaut. Der sehr kalten winterlichen Luft, stehen auch noch einige warme Ecken gegenüber. Im südlichen Teil der Iberischen Halbinsel ging das Quecksilber in der Nacht zum Samstag teilweise nicht unter 10 Grad zurück, richtig warm war es letzte Nacht rund um die Ägäis. Dort wurden hohe Minima von 18 Grad beobachtet, nachdem es am Freitag teilweise bis zu 23 Grad warm war, was einen Mitteleuropäer dann fast noch an den Sommer denken lässt. Schaut man sich also die gesamte Temperaturspanne über Europa an, kommt man auf einen Temperaturunterschied von etwa 60 Grad. Zwischen eisigen minus 40 Grad und milden spätsommerlichen Bedingungen liegen in diesen Tagen also gerade mal 3000 Kilometer. Das macht dann schon etwas neugierig auf die weitere Entwicklung, da solche Temperaturgegensätze auf vergleichsweise geringer Entfernung immer für kräftigere Tiefdruckentwicklungen gut sind.

 

Dipl.-Met. Bernd Zeuschner
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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