03
Dec
2010

Dauerfrost, ein Ende in fühlbarer Nähe?

In den letzten Tagen herrschte in fast ganz Deutschland Dauerfrost. In weiten Teilen Deutschlands erreichten die Tagesmaxima sogar nur Werte unter minus 10 Grad. Mit minus 15Grad war es auf der Zugspitze am Donnerstag am kältesten. Auch in den Niederungen blieb es recht kalt, mit minus 11 Grad gehört Görlitz mit zu den kältesten Orten in den Niederungen. In der Nacht zum Freitag war mit minus 22 Grad nach dem Messnetz des deutschen Wetterdienstes Sohland an der Spree im Erzgebirge der Spitzenreiter. Auch sonst wurden in den östlichen Mittelgebirgen und Brandenburg verbreitet Nachttemperaturen zwischen minus 15 und minus 20 Grad gemessen. Der strenge Frost reichte bis in die Weinberge des Rheingaus. Die Winzer der Regionen freuten sich sehr, da bei diesem Dauerfrost die Eisweinlese starten konnte

Doch es stellt sich die Frage: Wie lange noch bleibt es so bitterlich kalt? Nun, wirft man ein Blick auf das Wochenende, so könnte man versucht sein zu sagen, die kalte Zeit sei am Samstag vorüber. Denn dann gelangt Deutschland in den Einflussbereich eines Atlantiktiefs, das bei einer zunehmenden Südwestströmung etwas mildere Luft herantransportiert. Die Schneefallgrenze steigt an und der strenge Dauerfrost verabschiedet sich zuerst in den westlichen, am Sonntag auch für die östlichen Landesteilen erstmal. Dies bleibt jedoch nur von kurzer Dauer. Nach Abzug des Tiefs am Montag nach Nordosten gelangen weite Teile von Deutschland wieder in den Zustrom kalter Luftmassen aus dem Nordosten. Das Wetter in Deutschland gestaltet sich zunehmend zweigeteilt. Eine Luftmassengrenze wird dann einen teils verregnetem Süden von einem teils sonnigen und leider wieder frostigen restlichen Deutschland abgrenzen. Werte unter minus 10 Grad sollten jedoch nur in den Nächten und in den Hochlagen der Mittelgebirge auftreten.

Nach kurzer Erholung am Wochenende geht also das Bibbern und Frösteln weiter.

Dipl.-Met. Christina Speicher
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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