08
Dec
2010

Dezember

Im Römischen Reich war er ursprünglich der zehnte Monat (lat. decem = zehn) bevor im Jahr 153 v. Chr. der Jahresbeginn vom Senat um zwei Monate auf den 1. Januar vorverlegt wurde. Allerdings blieb die alte Namens- und Zählbeziehung der Kalendermonate z.T. erhalten. Ein altdeutscher Name des Dezembers ist Julmond. Er leitet sich vom sog. Julfest, der germanischen Feier zur Wintersonnenwende ab. Nach der Christianisierung Europas entstanden die Bezeichnungen Christ- oder Heilmond.

Am 22. ist Sonnenwende - unser Zentralgestirn kulminiert über dem Wendekreis des Steinbocks (ca. 23.5° südlicher Breite) genau im Zenit, in Deutschland zwischen etwa 12° (Sylt) und 19° (Allgäu) über dem Horizont. Dieser Tag ist auf der Südhalbkugel der längste im Jahr, bei uns der kürzeste. Die lichte Tageslänge in 50° nördlicher Breite verringert sich im Dezember von 08:26 h zu Monatsbeginn auf 08:04 h zur Sonnenwende; danach werden die Tage wieder länger.

Einerseits ist Dezember der Monat mit der geringsten, astronomisch bedingten Sonneneinstrahlung und wenn polare Luftmassen das Wettergeschehen dominieren, wird es vor allem im Bergland richtig winterlich. Andererseits sind die den europäischen Kontinent umgebenden Meere noch relativ warm, sie kühlen sich erst im Verlaufe des Winters weiter ab. Somit gilt Dezember als eher unbeständiger Monat, der verschiedene Witterungsregelfälle (klimatologische Singularitäten) kennt. Charakteristisch ist das allseits bekannte Weihnachtstauwetter, welches in knapp 70% aller Fälle zwischen dem 24. und 29. Dezember eintritt.

Über das Weihnachtswetter lassen sich heute freilich noch keine seriösen Aussagen treffen. Unser diesjähriger Dezember startete standesgemäß winterlich. Nach dem nasskalten Intermezzo dieser Tage deutet sich mittelfristig hochwinterliche Kälte mit Schneefällen an.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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