16
Dec
2010

Schnee unter?

Deutschland liegt in diesen Tagen größtenteils unter einer Schneedecke. Nun ist das erstmal für die Jahreszeit "Winter" nichts Ungewöhnliches. Auch wenn so eine verbreitete Schneedecke im Dezember in den vergangenen Jahren eher nicht die Regel war.

Ungewöhnlich sind allerdings die bisher gefallenen Schneemengen. Vor allem Sachsen und Thüringen haben durch den Staueffekt ihrer Mittelgebirge in den letzten Tagen bis ins tiefe Flachland Rekordschneemengen abbekommen. So wurden z.B. in Schleiz mit 37 cm, Gera mit 53 cm, Martinroda mit 36 cm, Bad Lobenstein mit 50 cm, Weimar mit 28cm und Treuen mit 58 cm die "alten" Rekorde eingestellt.

So fühlt sich manch einer aus den Mittelgebirgen an die längst vergessen geglaubten schneereichen Zeiten der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnert. So lagen heute Morgen 20 cm im Taunus, 118 cm in Zinnwald-Georgenfeld und 132 cm Schnee auf dem Brocken.

Bis Freitag früh werden mit dem von Nordwesten einsetzenden Schneefall noch einmal 10 bis 20 cm Neuschnee dazukommen. So gute Wintersportbedingungen bis ins Flachland hinein gab es lange nicht. Aber was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Den Kindern und Wintersportlern werden diese schneereichen Tage gefallen. Den Berufspendlern, Lieferanten und Verkehrsteilnehmern stehen dagegen sehr harte Tage ins Haus.

Jörg Meinhold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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