21
Dec
2010

Mondfinsternis

Wer am heutigem Dienstag das Glück hatte in den südöstlichen Teilen Deutschlands zu wohnen und heute früh den Blick gen Himmel gerichtet hatte, konnte eine Mondfinsternis beobachten. Doch was ist eine Mondfinsternis?

Man stelle sich unser Sonnensystem vor und erkennt, dass der Trabant der Erde (Mond) um die Erde und dieses System in elliptischen Bahnen um die Sonne kreist. Nun kommt es in regelmäßigen Abständen vor, dass Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen. Da der Mond ja kein Licht von selbst aus produziert, sondern das Licht der Sonne reflektiert, schirmt die Erde in dieser Situation den Mond vor der Sonne ab. Eine Mondfinsternis beginnt, wenn der Mond in den Halbschatten der Erde eintaucht. Der Halbschatten ist der Bereich in dem ein Teil des Mondes noch von der Sonne bestrahlt wird. Von einer totalen Mondfinsternis spricht man erst, wenn der Mond vollständig in den Kernschatten eingetaucht ist, also dann, wenn die Erde das Sonnenlicht total von dem Mond abschirmt. Bei diesem Prozess verfärbt sich der Mond teils rötlich braun. Man spricht daher auch von dem sogenannten Blutmond.

Und ein solches Spektakel konnte heute früh auch in Deutschland bewundert werden. Da sich jedoch in der Mitte und im Süden Deutschlands der Himmel überwiegend bedeckt und teils regnerisch oder verschneit gestaltet, lohnte sich der Blick in den Himmel nur in den südöstlichen Landesteilen.

Im Detail: Am 21.12.2010 um 6:28 MEZ trat der Mond in den Halbschatten der Erde ein. Der Eintritt in den Kernschatten war 7:32 MEZ. Austritt aus dem Kernschatten der Erde erfolgt 11:02 MEZ und aus dem Halbschatten um 12:06 MEZ. Da der Sonnenaufgang bei uns schon gegen 08:34 MEZ war, konnten wir in Deutschland die totale Mondfinsternis leider nicht bewundern.

So selten dieses Ereignis auch stattfindet, im neuen Jahr 2011 kann man am 15. Juni und am 20. Dezember wieder beobachten wie der Mond in den Kernschatten der Erde tritt.

Ein Blick auf die aktuelle Wetterlage zeigt, dass es am heutigen Dienstag in einem Streifen von der Eifel bis zum Vogtland verbreitet schneite, bis 07:00 MEZ wurden an den Messstationen des Deutschen Wetterdienstes Neuschneemengen zwischen 7 und 11 cm gemessen. Mit dem schon an den Vortagen gefallenen Schnee ergeben sich gerade für das Rhein-Main Gebiet ungewohnte Schneehöhen zwischen 15 und 30 cm. In Lagen über 400 Meter sogar über 40 cm. Absolute Spitzenreiter sind mit 155cm Gesamtschneehöhe der Brocken und die Zugspitze.

Die weiße Pracht wird sich im Südwesten Deutschlands zumindest im Flachland wohl nicht bis Heiligabend halten. Heute und auch am Mittwoch gehen dort die Niederschläge verbreitet in Regen über, so dass es vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz und Saarland zu Tauwetter kommt. Aber auch bei Tageshöchsttemperaturen im Süden des Landes zwischen 5 und 10 Grad schmilzt der Schnee. Die Chancen auf "Weiße Weihnacht" sind aber dort weiterhin nicht schlecht. In der Nacht zu Freitag stellt sich Wetterlage wieder um. Die Luftmassengrenze die heute die Mitte Deutschlands in Schach hält, wird von einem sich verstärkenden Hoch über dem Nordatlantik nach Südosten abgedrängt. Dabei wird wieder kalte Luft polarem Ursprungs nach Deutschland transportiert. Die Niederschläge gehen dann verbreitet wieder in Schnee über, so dass es nach heutiger Sicht beim Gang zur Kirche in den meisten Gebieten weiß sein wird, oder sogar schneit.

Dipl.-Met. Christina Speicher
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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