22
Dec
2010

Glatteis

Dieses Hin und Her der Luftmassen haben wir in den letzten Tagen schon mehrfach erlebt. Starke Schneefälle und Tauwetter im Wechsel und dazu immer wieder Regionen, in denen wir aufs Glatteis geführt wurden.

Die auch für Meteorologen sehr schwierige Situation haben wir Luftmassen zu verdanken, nämlich der polaren Kaltluft und der deutlich milderen und zudem noch feuchten Mittelmeerluft. Wenn sich diese beiden sehr unterschiedlichen Luftmassen treffen, dann gibt es in einem breiten Streifen Niederschläge, die ebenfalls sehr unterschiedlich sind. In der eher kalten Luftmasse schneit es und dort, wo sich die wärmere Luft durchsetzt, regnet es.

Aber dazwischen - da wird es schwierig: wenn nämlich im Grenzbereich der beiden Luftmassen Regen auf den zuvor gefrorenen Boden fällt, dann haben wir das gefährliche Glatteis. So ganz genau lässt sich das oft nicht vorhersagen, wann und wo sich Glatteis bildet, weil die Übergänge z. B. von Schnee in Glatteis sehr abrupt sein können. Deswegen werden entsprechende Warnungen vorsorglich eher in einem breiten Streifen heraus gegeben.

Zur Zeit treffen diese Luftmassen ausgerechnet über Deutschland aufeinander. Am heutigen Mittwoch wurden bereits in den Frühstunden in Mittenwald +7 Grad gemessen, während es in ganz Norddeutschland unter -5, in Mecklenburg- Vorpommern sogar unter -10 Grad kalt war! Daher gab es im Süden Regen, in der Mitte Deutschlands sorgte gefrierender Regen für Glatteis und damit für Unwetter!

Diese Wettersituation ist jedoch nicht beständig. An der Luftmassengrenze hat sich ein eigenständiges Tief gebildet, das im wahrsten Sinne des Wortes für Wirbel sorgt. Es vertieft sich noch weiter und wird dann mit viel "Schmackes" die Kaltluft wieder nach Süden vorschieben.

Für unser Wetter bedeutet das: der Wind frischt auf. Besonders in Norddeutschland ist dann mit Schnee und Schneeverwehungen zu rechnen. Weiter südlich tritt das erwähnte Glatteis auf, in Süddeutschland wird es auch am Donnerstag noch regnen, dort kommt die Kaltluft erst am Freitag wieder an.

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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