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Dec
2010

Weihnachten und Sonnenwende

Vorgestern, am 22. Dezember 2010 um 00:38 Uhr MEZ war Sonnenwende, damit begann bei uns der kalendarische oder auch astronomische Winter. Unser Kalender teilt das Jahr in vier Abschnitte, welche sich durch die scheinbare Bewegung der Sonne um die Erde vor dem Hintergrund der Himmelskugel ergeben und die durch jeweils zwei Tagundnachtgleichen (Äquinoktien) und Sonnenwenden (Solstitien) festgelegt sind. Ursache der Äquinoktien und Solstitien ist die Neigung der scheinbaren Sonnenbahn um ca. 23.5° gegenüber dem Erd- bzw. Himmelsäquator (sog. Schiefe der Ekliptik). Sie dominiert die solare Einstrahlung und damit den Energiegewinn der Erdoberfläche im Jahresverlauf und ist Ursache für die sich vor allem in mittleren und hohen Breiten ausprägenden Jahreszeiten. Der

kalendarische Winter bildet den Abschnitt zwischen Wintersonnenwende und Frühlingstagundnachtgleiche, die Sonne wandert auf der Ekliptik nordwärts. Der Tagbogen der Sonne und damit die Tageslängen nehmen wieder zu, die Mittagshöhe der Sonne über dem Horizont steigt und der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung wird größer. In einigen alten Kulturen waren die Jahreszeiten so eingeteilt, dass die Wintersonnenwende in der Mitte des Winters lag. Auch die meteorologischen Jahreszeiten sind bekanntlich anders definiert. Da beispielsweise in unseren mittleren Breiten oftmals bereits vor dem tiefsten Stand der Sonne winterliches Wetter herrscht und es außerdem für statistische Zwecke bequemer ist, bilden die Monate Dezember, Januar und Februar den Winter. Der meteorologische Winter hat also bereits am 1. Dezember begonnen. Weil nach der Wintersonnenwende die Tage wieder länger werden, war sie seit der Steinzeit in vielen Kulturen ein wichtiges Fest, das mitunter auch ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Die alten Germanen feierten das Julfest, im antiken Rom war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage, der zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne (Sol invictus) begangen wurde. Auch das christliche Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende, was die Ankunft des göttlichen Lichts (Christi Geburt) symbolisieren soll.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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