26
Dec
2010

Weihnachten weiß und kalt

Nachdem die starken Schneefälle zu Ende sind, soll hier Bilanz des raren deutschlandweiten Weihnachtswinterwetters gezogen werden. Auf dem Brocken liegt mit 160 cm der meiste Schnee, noch vor der Zugspitze mit 148 cm. Im Bayerischen Wald, dem Erz- und Fichtelgebirge und am Rennsteig liegen auch teils über 100 cm Schnee, wobei in diesen Regionen der Fichtelberg mit 140 cm Spitzenreiter ist. Die Mittelgebirge der westlichen Bundesländer werden vom Kahlen Asten mit 80 cm Schneehöhe angeführt, der notorische Spitzenreiter Feldberg im Schwarzwald kommt wegen des starken Tauwetters der vergangenen Woche nur auf 57 cm, im benachbarten Freudenstadt liegt mit 56 cm kaum weniger Schnee. In den Lagen unter 200 m Meereshöhe purzelten die Rekorde. Mit

45 cm (alter Rekord 43 cm) liegt der meiste Schnee in Wiesenburg, ca. 70 km südwestlich von Berlin. Und auch die 36 cm (25 cm als bisheriger Höchstwert im Dezember) in Aachen sind dort eine enorme Schneemenge. So viel Schnee hat es bei 60% aller Stationen unter 200 m im Dezember noch nie seit Beginn der Messungen gegeben. An den nächsten beiden Tagen wird durch neue, teilweise schauerartig verstärkte Schneefälle die Prozentzahl der Stationen mit Schneehöhenrekorden weiter steigen.

Und kalt ist es auch. Gestern, am ersten Weihnachtsfeiertag herrschte in ganz Deutschland Dauerfrost, wobei es in den Niederungen in Schleswig-Jagel (30km südlich von Flensburg) mit -9,6 als Höchstwert am kältesten war. In der letzten Nacht war Bad Königshofen (ca. 100 km nordwestlich von Nürnberg) - 24 Grad Rekordhalter in Deutschland. In diesem Kälteloch war es allerdings im Dezember 1969 schon -30 Grad kalt. Auch zwischen Karlsruhe und Stuttgart meldeten einige Stationen Werte unter -20 Grad. Die weiteren Aussichten bleiben frostig. Nur im Nordwesten und den Flussniederungen des Rheins und seiner westlichen Nebenflüsse können sich Höchstwerte über null Grad einschleichen. Nachts werden ab Mittwoch und Donnerstag früh im Osten -20 Grad eher eine Selbstverständlichkeit und tagsüber werden die Temperaturen dort auch nur wenig "wärmer" als -10 Grad werden.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

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