27
Dec
2010

Mark Twain

Schneefall war in den vergangenen Tagen unser ständiger Begleiter. Auch hier im Thema des Tages. Aber die Schwerpunkte verschieben sich. Der Schneefall lässt insgesamt nach, und die Temperaturen rücken in den Vordergrund.

Der kurze Blick zurück zeigt aber, dass sich auch die Temperaturen in den vergangenen Tagen etwas "verirrt" haben. Wolgograd meldete gestern eine Höchsttemperatur von +7 Grad. "Normal" sind dort im Dezember -2 Grad. Und auf Island lagen die Höchstwerte verbreitet um 10 Grad.

Für uns naheliegender sind natürlich die Temperaturen in Deutschland. Sie werden auch die meteorologischen Schlagzeilen in den kommenden Tagen bestimmen. Die Schlagzeilen in mancher Zeitung bestimmen sie schon heute. Bis zu -30 Grad werden dort nachts im Osten Deutschlands vorhergesagt. Sicher ist: kalt wird es werden. Aber die Grenze - und zwar die Untergrenze - sollte doch eher bei -20 als bei -30 Grad liegen.

Und im Westen und Südwesten sind wir auch von dieser weit entfernt. Dort sinken die Temperaturen nachts teilweise kaum unter null. Tagsüber steigen sie in den leicht positiven Bereich. Eine gefährliche Mixtur, wenn man die Niederschläge bedenkt, die dort am Dienstag und Mittwoch fallen sollen. Stichwort: Gefrierender Regen. Aber überwiegend werden Flocken die ohnehin schon vorhandene Schneedecke verstärken.

Für alle, die nicht aus dem Haus oder der Wohnung müssen, insbesondere aber für die, die nicht wollen, bietet sich bis zur zweiten Wochenhälfte ein Vorgehen an, das Mark Twain einmal "vorgeschlagen" hat. "Verschiebe nicht auf morgen, was genausogut auf übermorgen verschoben werden kann." Soll er gesagt haben.

Kurzfristig eine Lösung. Aber wenn sich zum Ende der Woche überall etwas mildere Luft durchgesetzt hat, kann wieder losgelegt werden. Denn auch Mark Twain wusste, dass ein allzu langes "Vor-sich-Herschieben" nicht die ideale Lösung ist. Zumindest dann nicht, wenn man Geplantes erst im Sommer erledigen will. Schließlich ist, ebenfalls nach Mark Twain, "Sommer … die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war".

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale

© Deutscher Wetterdienst