03
Nov
2011

Wie lange hält das Hoch im Osten?

Schon seit Tagen gibt es beim Deutschland-Wetter nichts Neues. Immer diese Mischung aus Sonnenschein, Nebel oder Hochnebel und im Westen und Südwesten mal `richtige` Wolken mit etwas Regen. Dieses Wetter entsteht durch die Konstellation mit einem Hochdruckgebiet über Osteuropa und Tiefdruckgebieten über dem östlichen Nordatlantik. Zwischen diesen beiden Druckgebilden entsteht bei uns eine südliche, in unteren Schichten zeitweise auch eine südöstliche Strömung, mit der milde Luft zu uns geführt wird. Meistens setzte diese milde Luft sich auch bis zum Boden durch und sorgte für relativ hohe Temperaturen von 12 bis 18 Grad. In Elzach-Fisnacht in Südbaden wurden sogar 20,1 Grad erreicht, was die Einstellung des dortigen Rekords für November bedeutet. Nur bei Nebel oder Hochnebel blieben die Temperaturen bei 10 Grad

oder weniger hängen, wie am gestrigen Mittwoch in weiten Teilen Bayerns und in Mecklenburg-Vorpommern. Diese beständige Wetterlage entsteht durch eine sogenannte stehende Welle, wobei die Höhenströmung ein W beschreibt. Über dem Atlantik westlich von Portugal herrscht eine kühle Nordwestströmung, über Frankreich und Deutschland strömt die Luft nach Norden und über Osteuropa nach Süden. Ganz im Osten wird das W durch eine Südströmung vervollständigt. Die Strömung beschreibt damit eine Welle mit einer Länge von rund 4000 km. Derartige Wellen sind nahezu stationär, so dass sich beim Wetter bei uns nicht viel ändert. Allerdings spaltet sich vom niedrigen Druck über dem Atlantik ein Tief ab, das zum westlichen Mittelmeer zieht und in den nächsten Tagen dort intensive Regenfälle verursachen wird. Betroffen ist die Region von der Iberischen Halbinsel über die Balearen nach Südfrankreich und Norditalien mit einem Schwerpunkt über den Westalpen. Örtlich werden Tagessummen von über 100 Liter pro qm erwartet. Vorübergehend ist mit der oben beschriebenen Entwicklung die Form des W´s verändert. Allerdings regeneriert sich der Westteil des W´s wieder, es formiert sich somit erneut ein atlantischer Trog. Damit bleibt es auch bis Mitte nächster Woche bei ähnlichem Wetter, das aus einer Mischung aus Nebel, Hochnebel und Sonne besteht. ´Richtige´ Wolken und vereinzelt etwas Regen gibt es gelegentlich im äußersten Westen und Südwesten. Die Temperaturen erreichen bis zum Wochenende noch örtlich sehr milde 15 Grad oder mehr, bei Nebel aber kaum 10 Grad. Ab Montag pendeln sich die Temperaturen auf kühlere 9 bis 14 Grad ein, bei Nebel nur auf rund 7 Grad.

Dipl.-Met. Olaf Pels Leusden
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.11.2011

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