11
Nov
2011

Was wäre wenn?

Das Hochdruckgebiet über dem östlichen Mitteleuropa, das von Ulla unterdessen zu Walli und Xenia mutiert ist, aber vom Ursprung eigentlich noch immer Ulla ist, beschert uns in Mitteleuropa seit mehr als 2 Wochen die ruhige und herbstliche Wetterlage.

Aus rein meteorologischer Sicht könnte man sich aber einmal fragen, welche Auswirkungen eine solche Wetterlage im Sommer, oder auch im Hochwinter für Deutschland haben könnte.

Im Hochsommer würde sich, entgegen zum Sommer 2011, ideales Badewetter einstellen. Trockene und warme Kontinentalluft führten zu Temperaturen von mehr als 30 Grad C. Die Urlauber würde es freuen, aber nach mehr als einer Woche Trockenheit kämen sicherlich schon die ersten Klagen über die Trockenheit von der Landwirtschaft. Nach mehr als 2 Wochen hätte sich die Lage weiter dramatisiert und auch die Waldbrandgefahr wäre ein Thema. Nach mehr als 3 Wochen würden sich alle wieder nach dem ersten Regen sehnen.

Im Winter, möglichst nach einem kräftigen Schneefall über Deutschland, würden wir bitterlich frieren. Das Zentrum des Hochs wäre dann sicherlich etwas mehr im Norden, also über Skandinavien und Nordrussland angesiedelt. Auf seiner Südflanke würde dann die russische Kaltluft unser Wetter bestimmen. Diese Kaltluft brächte uns dann Höchsttemperaturen, die im zweistelligen Minusbereich angesiedelt wären. Auch die Nachtwerte würden zum Teil unter minus 20 Grad C sinken. Die Flüsse würden mehr und mehr zufrieren und die Heizkosten langsam ins astronomische steigen.

So können wir eigentlich recht froh sein, dass Ulla oder Walli oder Xenia, egal wie die Mädels nun auch heißen, uns das ruhige Herbstwetter bescheren.

Schaut man auf die mittelfristige Wetterentwicklung, dann sind keine gravierenden Änderungen in Sicht. Zum Wochenende strömt lediglich von Osten etwas trockenere Luft nach Deutschland. Damit wird sich der Nebel oder Hochnebel vielfach sogar auflösen und die Sonne kommt durch. In windgeschützten Lagen kann man es da sogar wagen, seinen Kaffe oder auch seine Brotzeit im Freien zu genießen. Und das ohne Gefahr zu laufen, gleich einen Schnupfen zu riskieren.

Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.11.2011

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