23
Nov
2011

Gefährliche Trockenheit

Bei uns herrscht ja derzeit ein Witterungsabschnitt, den viele Menschen als "schön" bezeichnen würden - natürlich nur, wenn sie nicht in den Nebelgebieten hocken. Sonnenschein ist halt ein Lebenselixir. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass auch Regen dazu gehört. Und der fehlt derzeit. Die Böden und damit auch die Pflanzen trocknen aus. Auch wenn viele Pflanzen sich jetzt auf die Winterruhe vorbereiten, brauchen sie für das Überleben genügend Bodenfeuchte. Die derzeitige Trockenheit sorgt sogar für Waldbrandgefahr - uns das im November! In Bayern mussten bereits Waldbrände gelöscht werden!

Ganz anders sieht es in den bei Deutschen so beliebten Urlaubsregionen aus. Über dem westlichen Mittelmeer haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder Tiefdruckgebiete gebildet, die von Spanien bis nach Oberitalien reichlich Regen brachten. Zum Wochenbeginn entwickelte sich vor der spanischen Mittelmeerküste ein weiteres Tief. Dieses Tief brachte in den vergangenen Stunden besonders viel Regen von Algerien und Tunesien bis hin nach Sardinien. Da lassen auch die Temperaturen keine rechten Urlaubsgefühle aufkommen. Als Sonnen-Ecke bieten sich derzeit die Azoren an. Bei Höchstwerten um 18 oder 20 Grad kann man den Cappuccino gut in den Straßencafes genießen. Noch ein paar Grad wärmer ist es allerdings auf den Kanaren. Nicht ganz so warm, aber auch vielfach sonnig ist es in der Türkei.

Diejenigen, die einen Winterurlaub in den Alpen eingeplant haben, schauen mit Sorge auf die derzeitigen Schneehöhen. 20 cm auf der Zugspitze, 65 cm auf dem Sonnblick, das sieht nicht nach einer guten Grundlage für die kommende Skisaison aus. Die für das kommende Wochenende angekündigte Kaltfront wird wohl nur im Norden und Nordwesten ein paar Regentropfen bringen, so dass Schnee in den Alpenregionen weiterhin Mangelware bleibt.

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.11.2011

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