03
Dec
2011

Was uns im Dezember alles blühen kann ...

Zum einen blühen in der Tat etliche Blumen nach dem teilweise milden November. So sprießen beispielsweise die Gänseblümchen noch auf mancher Wiese.

Und was kann uns meteorologisch blühen ?

24 Grad, also nahezu einen Sommertag, gab es am 16.12.1989 in Mühlheim in Baden. Auf mehr als 20 Grad kletterte das Thermometer in dieser "Hitzeperiode" am Ober- und Hochrhein, in den Voralpen und in Oberstdorf. Nördlich der Mittelgebirge hat es Bochum am 04.12.53 auf immerhin 17,9 Grad geschafft. Ganz im Norden war in Lübeck mit 15,3 Grad am Heiligabend 1977 der wärmste Dezembertag seit Messbeginn.

Das absolute Minimum wurde erstaunlicherweise nicht auf der Zugspitze, die sonst alle Kälterekorde hält (dort -31,1°C), sondern in Horneck ca 30 km südwestlich von Regensburg am 29.12.1939 mit -32,4 Grad registriert. Im Norden ist dank Meeresnähe natürlich nicht ganz so kalt. Dort hält Hohn bei Rendsburg mit -22,5 Grad den Kälterekord. Niemals unter -10 Grad war es mit bis zu -8 Grad in Helgoland, der einzigen Hochseeinsel Deutschlands. Das ist in Anbetracht der im Dezember noch "warmen" Nordsee wenig erstaunlich und führt dort auch mit 4,4 Grad zur deutschlandweit höchsten Mitteltemperatur im Dezember. Niederschläge als Schnee und Regen fielen bis zu 636 mm; das waren 1993 in Freudenstadt im Schwarzwald etwa 350% des Monatssolls. An manchen Orten Deutschlands regnet es in einem Jahr im Mittel nicht so viel. Die Schneehöhen erreichten in den Niederungen Bayerns bis zu 409 cm (Lechfeld 2005), in den Niederungen Norddeutschlands lagen bis zu 52 cm (Barth 2010). 50 cm waren es beim berühmten Schneechaos am 31.12.1978 an mehreren Stationen Schleswig Holsteins. Aber auch im Dezember gab es schon Wetterstationen, an denen der Niederschlagsmesser den ganzen Monat leer blieb. In Brüderwiese(Sachsen), Göttendorf(Thüringen), Coschen (Brandenburg) und Demker (Sachsen-Anhalt) hatten die Messgeräte in 1981 bzw. 1982 eine längere Pause. Auch die Sonne machte sich manchmal rar. 1993 gab es einige Stationen im Mittelgebirgsraum, die im ganzen Monat nicht mal auf zwei Sonnenscheinstunden kamen. Am häufigsten schien die Sonne erwartungsgemäß in den höheren Berglagen, die aus Nebel und Hochnebel herausragen. Die Sonne beschien die Zugspitze im Dezember 1972 über 200 Stunden, also gut 6 Stunden im Tagesdurchschnitt. Normal sind dort immerhin etwa 3,5 Stunden pro Tag. Unterhalb 500m hält Gera in Thüringen mit 128 Stunden im gleichen Jahr wie die Zugspitze den Rekord. Ganz im Norden haben 1962 auf Sylt die Wolken die Sonne 99 Stunden scheinen lassen.

Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.12.2011

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