09
Dec
2011

Es rappelt in der Kiste!

Haben sie in der Nacht zum heutigen Freitag unruhig geschlafen, weil sie permanent von einem klappernden Rollladen gestört wurden, oder es an ihren geöffneten Fenstern gepfiffen hat? Kein Wunder, es war sehr windig und die Ursache hierfür war "Friedhelm". Dabei handelt es sich um ein Orkantief, das vom Nordatlantik über Schottland und die Nordsee nach Südskandinavien zog und dort noch liegt. In seinem Bereich kam es in den Niederungen verbreitet zu Sturmböen, im Bergland und an der See waren auch orkanartige Böen (Windstärke 11 Bft.) zu verzeichnen. Der Spitzenwert im Flachland wurde in List auf Sylt mit 112 km/h gemessen. Auf den Bergen war wieder einmal der Brocken mit 166 km/h (Windstärke 12 Bft.)der Spitzenreiter.

Verglichen mit den Werten, die in Schottland gemessen wurden, handelte es sich bei unseren Windstärken aber eher um ein "laues Lüftchen".

An der Westküste Schottlands und in den Highlands lagen die höchsten Windgeschwindigkeiten verbreitet zwischen 140 und 180 km/h. Einen Spitzenwert meldete die Bergstation Cairngorm Summit mit 252 km/h. Allerdings sei auch bemerkt, dass diese Station in einer Höhe von 1237 m liegt.

Derzeit liegt die Kaltfront des Orkantiefs über Süddeutschland. Vor allem am Alpenbereich wird sie noch zu kräftigen Niederschlägen führen, die zum Teil bis in die Niederungen als Schnee fallen und auch am Samstag andauern werden. Die Wintersportler wird es freuen.

In den anderen Gebieten setzt sich am Wochenende eine leichte Wetterberuhigung durch. Die Wolkendecke lockert gebietsweise sogar auf und nur vereinzelt gibt es noch Schauer.

Erst zum Montag hin greift ein neues Orkantief, das sich schon bei Neufundland gebildet hat, auch auf Deutschland über.

Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.12.2011

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