14
Dec
2011

Wann kommt der Winter?

Das 4. Adventwochenende steht bereits vor der Tür, doch vom Winter war in tieferen Lagen bisher noch nicht viel zu spüren. Wer Schnee sehen möchte, der muss sich schon in die höheren Lagen der Mittelgebirge begeben. Wintersport ist dort aber auch nur vereinzelt möglich. Im Erzgebirge liegen oberhalb von 800 m etwa 5 - 15 cm, auf dem Fichtelberg 31 cm. In den Kammlagen des Thüringer Waldes und im Hochsauerland sowie auf dem Feldberg im Schwarzwald liegen ebenfalls etwa 10 cm. Mehr Schnee liegt im Hochharz und in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes. Der Brocken meldet 62 cm und auf dem Großen Arber liegt ein halber Meter Schnee.

Ursache für den Schneemangel in mittleren und tiefen Lagen ist, dass wir seit Anfang Dezember größtenteils von atlantischen Tiefausläufern beeinflusst wurden. Diese Tiefausläufer brachten milde Meeresluft mit sich, wodurch sich zeitweise Tauwetter bis in höhere Lagen durchsetzte. Auf der Rückseite der Tiefdruckgebiete gelangte polare Meeresluft zu uns. Diese hat ihren Ursprung nahe Grönland und wird bei ihrem weiten Weg über das milde Atlantikwasser in den unteren Schichten erwärmt. Dadurch reichte es meist nicht für Schnee in tiefen Lagen.

Bis zum Freitag wird sich an der derzeit vorherrschenden Wetterlage nichts ändern, sodass im Tiefland kein Schnee zu erwarten ist. Ein Orkantief bringt dann ab Freitag die Wende. Auf seiner Rückseite stößt polare Kaltluft über Mitteleuropa weit nach Süden vor. Somit sinkt die Schneefallgrenze am Wochenende bis in tiefe Lagen. Zumindest oberhalb von etwa 300 bis 400 m bleibt der Schnee voraussichtlich auch liegen, sodass sich die Wintersportbedingungen in den Mittelgebirgen verbessern werden. Gleichzeitig baut sich ein blockierendes Hoch über dem Atlantik auf, das die Zugbahn der atlantischen Tiefdruckgebiete blockiert und den Weg für mildere Luft vorerst abschneidet. Wie lange sich dieses Hochdruckgebiet hält, ist derzeit noch nicht sicher.

Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.12.2011

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