19
Nov
2012

Nebel, gefährlicher als Gewitter?

Dass Gewitter mit Blitz und Donner, Sturmböen und Hagel für den Menschen gefährlich sind, liegt nahe. Aber dass Nebel den Menschen größere Schäden zufügen kann, erscheint auf den ersten Blick doch als ziemlich gewagte Aussage. Nebel, dieses mal mehr, mal weniger durchsichtige Etwas, das so geräuschlos vor sich hin wabbert, das soll gefährlich sein?

Die Statistik spricht da leider eine eindeutige Sprache. Jährlich werden in Deutschland etwa 45 Personen von einem Blitz getroffen, wobei allerdings nur ca. 20 % der Fälle tödlich enden.

Im Jahr 2011 kam es hingegen zu mehr als 700 Verkehrsunfällen, die durch Nebel verursacht wurden und bei denen Personenschäden zu verzeichnen waren, vielfach mit schweren Verletzungen oder auch mit Todesfolge.

Nebel stellt somit eine deutlich unterschätzte Gefahr dar. Oft wird übersehen, dass bei Nebelbänken die Sichtweite schon innerhalb von sehr kurzen Strecken nahezu auf Null absinken kann. Wer dann noch mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h fährt, ist vergleichbar mit einem Piloten, der seine Maschine im Blindflug fliegt. Der wesentliche Unterschied besteht nur darin, dass die Flugzeuge technisch für solche Gegebenheiten ausgerüstet sind, PKW`s hingegen kaum.

Da die aktuelle Hochdruckwetterlage zunächst noch andauert, wird es auch in den nächsten Tagen wieder verbreitet zu Nebel oder Hochnebel kommen, vor allem in den Vormittagsstunden. Stellen sie sich deshalb darauf ein, dass besonders in der Nähe von Flüssen und Seen oftmals Nebel mit geringen Sichtweiten auftritt. Reduzieren sie rechtzeitig ihre Geschwindigkeit und kommen sie langsam, aber sicher ans Ziel.

Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.11.2012

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