21
Nov
2012

Trübe Tage, wenig Sonnenschein...

In den letzten Tagen ließ sich die Sonne in einigen Regionen Deutschlands nur wenig oder gar nicht blicken. Auch andere europäische Länder wie Polen oder Tschechien haben unser "Leid" geteilt.

Ja klar, es ist Herbst und da ist es oft trüb oder neblig. Aber wie sieht es denn mit den mittleren Sonnenscheinstunden in Deutschland aus, bzw. wie groß ist wirklich der Unterschied zwischen den einzelnen Monaten?

Im Folgenden sind die monatlichen mittleren Sonnenscheinstunden für ganz Deutschland aus dem Stationsnetz des Deutschen Wetterdienstes aufgelistet.

März 112,0 h April 153,4 h Mai 200,3 h Juni 202,6 h Juli 212,3 h August 200,0 h September 150,7 h Oktober 109,5 h November 54,0 h Dezember 39,0 h Januar 44,8 h Februar 72,5 h

Es ist wenig überraschend, dass im Sommer die höchsten Sonnenscheindauern und im Herbst/Winter die geringsten verzeichnet werden.

Dies bedeutet aber auch, dass wir, im Mittel betrachtet, das Schlimmste (wenig Sonnenschein mit nur 39 h im Dezember) noch vor uns haben.

Generell gibt es aber große Unterschiede im Deutschland. So hat die Zugspitze zum Beispiel im Mittel im November 133 Sonnenstunden. Bis jetzt sind dort im November bereits 121,9 h, also 91,6% der mittleren Sonnenscheindauer gemessen worden. Im Allgemeinen gibt es bis Dato einige Regionen, bevorzugt höhere Berglagen wie der Brocken oder der Fichtelberg, die ihre mittlere Sonnenscheindauer im November bereits erreicht haben (>= 100%)

Andere Regionen wie zum Beispiel Oberfranken mit der Station Selb-Lauterbach haben im Mittel im November nur 31 Sonnenstunden. Dort gab es 1958 sogar nur 1,3 Sonnenstunden im ganzen November. Vor Sonnenbrand im November muss man dort wohl keine Angst haben. ;-) Aktuell wurden in Selb-Lauterbach mit 24 Sonnenstunden schon fast 77 % des Monatsmittels erreicht. Es gibt aber auch Orte wie Siegen (NRW) oder Giesen (HE), die erst etwa ein Drittel des mittleren Monatsolls erreicht haben.

Und wie wird es weitergehen? Die Sonnenscheindauer bleibt in einigen Teilen des Landes wohl weiterhin mäßig. Vor allem im Süden des Landes geht es oft trüb und neblig weiter. Am Alpenrand oder in höheren Lagen der Mittelgebirge lässt sich dagegen die Sonne auch in den kommenden Tagen öfter mal blicken.

Der Norden gestaltet sich jedoch zunehmend wechselhafter. So sorgen bis zum Wochenende immer mal wieder Tiefausläufer für wolkenreicheres und zeitweise windigeres Wetter. Zeitweise lugt aber auch dort mal die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Und wie der Dezember sich gestaltet, ist derzeit noch völlig offen. Auch wenn es im Mittel der Monat mit den wenigsten Sonnenscheinstunden ist, heißt das nicht, dass wir nicht doch einen sonnigen Monat vor uns haben könnten.

Dipl.-Met. Christina Speicher
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.11.2012

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