03
Dec
2012

Nasskalt im Tiefland - winterlich im Bergland

Beim Lesen der Überschrift haben Sie sich vielleicht die Frage gestellt, ob damit ein Rückblick oder eine Prognose gemeint ist. Die Antwort lautet "beides"! Denn das von uns Meteorologen so gern als "nasskalt" bezeichnete Wetter, das unser vergangenes Wochenende gestaltet hat, bleibt uns auch in der neuen Woche erhalten.

Doch zunächst zum Rückblick: Tief "Heike" hat in einigen höher gelegenen Regionen schon in der Nacht zum letzten Donnerstag und am Donnerstag einiges an Schnee gebracht. Vor allem ein Gebiet vom Schwarzwald bis zum Allgäu sowie die Mittelgebirge in Thüringen, Sachsen und im Nordosten Bayerns wurden dabei am stärksten erwischt. Hier einige Schneehöhenmessungen von Freitagfrüh (7 Uhr MEZ):

Rosenthal-Bielatal (460 m, Elbsandsteingebirge): 55 cm Carlsfeld (914 m, Westerzgebirge): 45 cm Neuhaus am Rennweg (845 m, Thüringer Schiefergebirge): 34 cm Stötten (733 m, Schwäbische Alb): 34 cm Oberreute (903 m, Westallgäu): 30 cm Waldershof-Schafbruck (723 m, Südrand Fichtelgebirge): 27 cm

Sehr dürftig war dagegen am Freitag noch die Schneelage in den Alpen:

Oberstdorf (806 m, Allgäuer Alpen) meldete gerade mal 5 cm, bekannte "Schneelöcher" wie Kreuth-Glashütte (895 m, Mangfallgebirge) auch "nur" 14 cm. Allerdings gab es in der vergangenen Nacht zum Montag ordentlich Nachschub, so dass es Oberstdorf mittlerweile auf 16 cm bringt und Lenggries auf 20 cm.

In der Nacht zum Sonntag konnte sich auch im Flachland mal eine Schneedecke bilden. Das kleinräumige Tief "Iris", dessen Ausläufer über den Westen Deutschlands zog, war dafür verantwortlich. So wurden sogar im Rhein-Main-Gebiet am Sonntagmorgen 2 bis 5 cm Schnee gemessen. Dieser überstand die leichten Plusgrade am Sonntag aber nicht.

Wo sich eine Schneedecke gebildet hatte, konnte es in den Nächten zum Samstag und Sonntag bei klarem Himmel auch schon ganz schön kalt werden. Einige Tiefstwerte aus der Nacht zum Samstag:

Deutschneudorf-Brüderwiese (688 m, Osterzgebirge): -14,0 Grad Selb-Lauterbach (609 m, Fichtelgebirge): -13,5 Grad Balingen-Bronnhaupten (619 m, Schwäbische Alb): -12,1 Grad Kaufbeuren (716 m, Ostallgäu): -11,9 Grad Feuchtwangen-Heilbronn (475 m, Frankenhöhe): -10,2 Grad

So kalt wird es in den kommenden Nächten erst mal nicht wieder werden. Am heutigen Montag und in der Nacht zum Dienstag zieht das Niederschlagsgebiet des neuen Tiefs "Johanna" über Deutschland hinweg. Es bringt zunächst Schneefall, der mit der Zufuhr etwas milderer Luft aber im Tiefland rasch in Regen übergeht. Dabei kann es vorübergehend auch gefrierenden Regen geben. Am Dienstag und Mittwoch ist es dann geringfügig milder und auch recht windig, in den Bergen sogar stürmisch. Weitere Niederschläge fallen im Tiefland als Regen, in höheren Lagen als Schnee. Zum Donnerstag und Freitag wird es wieder etwas kälter, dann kann sich auch in Tieflagen wieder gebietsweise eine Schneedecke bilden. Diese wird sich aber vielerorts nicht lange halten können, da die Tagestemperaturen meist auf etwas über null Grad ansteigen.

Dipl.-Met. Peter Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.12.2012

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