10
Dec
2012

Zunächst winterlich, allmählich milder

Als Nordlagen bezeichnet man Großwetterlagen mit meridionaler, also in Nord-Süd-Richtung verlaufender Zirkulation. Sie sind gekennzeichnet durch einen Hochkeil über dem Ostatlantik bzw. Westeuropa und einem Tiefdruckgebiet bzw. Trog, der sich über Skandinavien hinweg weit südwärts ausdehnt. Mit nördlicher Strömung wird Meeresluft polaren Ursprungs nach Mitteleuropa gelenkt.

Während sich das derzeit noch niederschlagswirksame Tiefdruckgebiet MARIE unter Abschwächung in Richtung Polen zurückzieht, kann das über den Britischen Inseln liegende Hochdruckgebiet SCHORSCH etwas Einfluss in Mitteleuropa gewinnen. Folglich verlagern sich die Schneefälle schwerpunktmäßig in den Süden und Osten Deutschlands, dort kann es im Bergland zunächst noch zu erheblichen Neuschneemengen kommen.

Etwa ab Donnerstag ändert sich die Großwetterlage, eine zyklonale, also tiefdruckgeprägte Westlage stellt sich ein und eine straffe westliche Strömung führt milde atlantische Luftmassen zu uns. Von Frankreich her wird es spürbar wärmer. Die Niederschläge gehen in Regen über und am Sonntag liegen die Tageshöchsttemperaturen meist durchweg im positiven Bereich.

(Eine Karte ausgewählter Neuschneehöhen [cm] vom 10.12.2012, 06:00 UTC, finden Sie rechts in der Rubrik "Thema des Tages" unter [mehr].)

Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.12.2012

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