12
Dec
2012

Tauwetter?

Wir haben uns gerade (mehr oder weniger) mit dem derzeitigen Winterwetter arrangiert und freuen uns vielleicht schon auf den Wintersport. 60 cm auf den Kuppen der Mittelgebirge, das ist doch schließlich eine gute Grundlage, nicht wahr? Und nun kommt die schlechte Nachricht: Es geht viel Schnee wieder "den Bach runter"! Zwar nähert sich - wie bereits in den Tagen zuvor - am Donnerstag wieder ein Tief vom Atlantik her - es bringt erst neuen Schnee, dann geht der Schnee im Westen in der Nacht zum Freitag in Regen über. Der Übergang in Regen kann jedoch hier und da mit glatten Straßen erfolgen, wenn der Regen auf den noch gefrorenen Boden fällt. Und doch ist dieses Tief etwas anders als die vorangegangenen: es zieht mit seinem Zentrum nicht zu uns, sondern bleibt über der nördlichen Nordsee. Dadurch stellt sich in Deutschland überwiegend

Südwind ein. Was das bedeutet, kann man sich denken: milde Luftmassen werden dem Schnee "an den Kragen gehen" - zunächst im Westen, bis zum Samstag dann auch in den östlichen Bundesländern. Die einen mögen sich freuen, denn sie können die Schneeschaufel zunächst in die Ecke stellen, andere bedauern das, schließlich ahnen sie, was jetzt folgt: eine nass-kalte Witterungsperiode.

Dieses Hin und Her ist gar nicht ungewöhnlich - es wird als Weihnachtstauwetter bezeichnet. Ende November/Anfang Dezember fällt nämlich häufig der erste nennenswerte Schnee, der in den Tagen danach dann wieder wegtaut. Und 2 bis 3 Wochen später erfolgt dann gern der nächste Kaltluftvorstoß. Dieses "Wechselbad" gehört zu den sogenannten Singularitäten und tritt jährlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70% auf!

Da bleibt bei uns noch die Spannung, ob es vielleicht gerade rechtzeitig zu den Feiertagen wieder schneit...

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.12.2012

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