15
Dec
2012

Bye, bye Schneegestöber!

Den einen freut es beim Weg zur Arbeit, andere bedauern es beim Spazieren im Matsch: Verbreitet hat Tauwetter eingesetzt.

Seit Freitag sorgt ein Tiefdruckkomplex mit NICKI I, II und III für allmähliche Erwärmung und Regen in Deutschland.

In der Osthälfte verursacht der Regen immer noch spiegelglatte Straßen und Gehwege. Aber auch dort hält die Milderung langsam Einzug, so dass im Verlaufe des Tages (Samstag) die Glatteissituation "normalem" Regenwetter weichen wird.

In der Westhälfte von Deutschland jedoch bringen die "milden" Temperaturen und der teils andauernde Regen Tauwetter. In tieferen Lagen halten sich dort aktuell nur noch geschützte Schneehaufen, welche in den nächsten Tagen aber auch immer mehr aussterben dürften.

In Lagen oberhalb 400 bis 600 Meter kann man noch etwas mehr Schnee finden, jedoch nimmt auch diese Pracht beträchtlich ab.

Im Folgenden sind einige Schneehöhen von Freitag früh und heute früh aufgelistet:

Todtnau-Todtnauberg Freitag 69 cm; heute 51 cm Freudenstadt Kniebis Freitag 72 cm; heute 53 cm Hersdorf-Weissenseifen Freitag 17 cm; heute 4 cm Bad-Berleburg Stünzel Freitag 41 cm; heute 24 cm Hoherodskopf/Vogelsberg Freitag 19 cm; heute 10 cm Wasserkuppe Freitag 71 cm; heute 62 cm Kahler Asten Freitag 63 cm; heute 68 cm

Die Schneeschmelze zwischen gestern und heute sorgt für Einbußen von 10 bis 20 cm. Mit den beobachteten Niederschlagsmengen von 10 bis 30 mm in 12 Stunden reichte dies aus, um Unwetter-Tauwetter zu warnen (DWD-Warnkriterien).

Jedoch ist die aktuelle Hochwasserlage noch nicht sonderlich stark ausgeprägt. (siehe http://www.hochwasserzentralen.de/) Dies könnte sich aber im Laufe des Wochenendes und zum Wochenbeginn etwas ändern, denn das Tauwetter bzw. die Schneeschmelze hält weiter an. Und da auch weiterhin, vor allem im Süden, wiederholt und teils länger anhaltender Regen erwartet wird, dürfte sich die Situation vor allem für kleinere Bäche und Flüsse etwas verschärfen.

Doch keine Panik: Eine weitreichende und dramatische Hochwasserlage ist nicht in Sicht.

Dipl.-Met. Christina Speicher
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.12.2012

© Deutscher Wetterdienst