23
Nov
2013

Grau, grauer, November

Der diesjährige November entpuppt sich bisher als ein sehr trüber und dunkler Geselle. So sind im deutschlandweiten Mittel bis einschließlich 22. November nur 30,4 Stunden Sonnenschein erreicht worden. Das entspricht 56,4 % der sonst in diesem Monat üblichen Sonnenscheindauer von etwa 54 Stunden. Hochgerechnet bis zum Monatsende würden wir demnach 41,5 Sonnenstunden schaffen, was etwa 77 % des sonst üblichen Monatsdurchschnitts entsprechen würde.

Betrachtet man das ganze Jahr, so ist der November hinter dem Dezember und dem Januar der drittgraueste Monat des Jahres (siehe dazu auch die Grafik auf www.dwd.de, rechts in der Rubrik "Thema des Tages" unter [mehr]). Wenn die Sonne im November jeden Tag von morgens bis abends scheinen würde, wären etwa 268 Stunden Sonnenschein möglich (berechnet aus den Daten der Städte Hamburg, Berlin, Köln, Offenbach und München im Jahre 2010). Im Dezember sind demnach maximal 248 Stunden möglich, im Januar 264 Stunden.

Im Sommer dagegen liegt der Juli mit rund 498 möglichen Sonnenstunden vorne. Aber auch der Juni mit 496 Stunden und der Mai mit 484 Stunden können sich sehen lassen. In diesen Monaten könnte die Sonne also fast doppelt so lange scheinen wie in den Monaten November bis Januar.

Doch zurück zur Novemberhochrechnung. Bezieht man die nach obiger Hochrechnung zu erwartenden 41,5 Stunden Sonnenschein auf die 268 maximal möglichen, so wird es am Ende des Monats etwa 85 % der Zeit trüb oder grau gewesen sein. Oder anders gesagt: Wenn man tagsüber in den Himmel geguckt hat, so lag die Chance, die Sonne zu sehen, nur bei 15 %. Im sonst üblichen Novembermittel liegt dieser Wert bei 20 %.

Besonders viel scheint die Sonne dagegen - relativ betrachtet - im Juli mit einem Mittel von 43 % und im August mit 44 %. Die Differenzen zwischen Winter- und Sommermonaten begründen sich vor allem auf den Nebel bzw. Hochnebel und zum Teil auch auf die im Winterhalbjahr öfter vorkommenden Tiefdruckgebiete, mit denen auch mehr Wolken verbunden sind.

Die Wetteraussichten für die restlichen Tage des Monats sind dann auch nicht gerade von übermäßigem Sonnenschein geprägt, sodass die obige Hochrechnung sich nicht mehr nennenswert ändern sollte. Zwar zeigt sich zeitweise etwas Hochdruckeinfluss, aber nur der Montag am Anfang nächster Woche und teilweise noch der darauf folgende Dienstag scheinen etwas mehr Sonnenschein parat zu haben. Im Verlauf der kommenden Woche nimmt dann der Tiefdruckeinfluss von Norden her erneut zu, sodass die Wolken vermutlich wieder dominieren werden.

Dipl.-Met. Simon Trippler
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.11.2013

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