01
Dec
2013

Winterbeginn mit Hochdruck

Sie wissen ja: Heute - am 1. Dezember - ist der meteorologische Winterbeginn. Diese Jahreszeit startet aktuell mit Hochdruckwetter, wenn man von dem nur wenig wetterwirksamen Tiefausläufer absieht, der am heutigen Sonntag den Norden und Osten Deutschlands streift. Das auch in den nächsten Tagen dominierende Hoch liegt über dem Atlantik und streckt seine Fühler zu uns aus. Bei uns in Deutschland ist das Wetter daher eher unspektakulär, denn wir befinden uns an der Ostflanke dieses Hochs. Somit strömt zwar weiterhin Kaltluft von Norden nach Deutschland, aber das noch etwa 10 Grad warme Wasser von Nord- und Ostsee dämpft den Abkühlungseffekt. Daher ist es im Norden unseres Landes derzeit recht mild. Niederschläge sind zumindest bis zur Wochenmitte hin nicht zu erwarten.

Leider haben aber winterliche Hochdruckgebiete einen entscheidenden Nachteil - sie sorgen oft für Nebel, der sich tagsüber nur zögernd oder auch gar nicht auflöst.

Wie kommt`s? Hochs verbindet man doch eigentlich mit "schönem", sprich "sonnigem" Wetter?

Hochdruckgebiete zeichnen sich allgemein dadurch aus, dass Luftmassen großräumig absinken. Dieses Absinken wirkt der Wolkenbildung entgegen bzw. löst Wolken auf. Daher herrscht dann sonniges Wetter. Im Winter hingegen bildet sich eine so genannte Absinkinversion. Man erkennt diese daran, dass es in tiefen Lagen kälter ist als in höheren Lagen. Dann kann sich Nebel oder Hochnebel ausbilden. Oft schauen dann die Kuppen der Mittelgebirge aus dem Nebel heraus. Dort ist es dann auch im tiefen Winter deutlich wärmer als in den Tallagen - Alpin-Skiläufer kennen diesen Effekt. Manchmal kann sich sogar in Bodennähe eine Inversion ausbilden. Diese entsteht bei klarem Himmel durch nächtliche Ausstrahlung.

Ganz so markant sind diese Unterschiede derzeit nicht, aber dennoch deutlich an den Messwerten abzulesen: Heute (Sonntag) früh lieferte beispielsweise eine Radiosonde, die in Idar-Oberstein aufgelassen wurde, folgende Daten: In 47m Höhe 1,8°C, in 150m Höhe 2,4°C (Bodeniversion), in 1340m Höhe -6,1°C, in 1500m Höhe -1,8°C (Absinkinversion). (Das entsprechende Diagramm finden Sie, wenn Sie rechts unter "Thema des Tages auf [mehr] klicken).

Wenn die Sonne kräftig genug ist, kann der Nebel tagsüber "weggeheizt" werden. Wenn im tiefen Winter die Sonne kaum noch Kraft hat, kann es sein, kann nur noch auflebender Wind für Durchmischung und damit Nebelauflösung sorgen. Dafür muss der Hochdruckeinfluss nachlassen, damit ein Tief für frische Luft sorgen kann.

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.12.2013

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