03
Dec
2013

Eine Winternacht in Deutschland

In der vergangenen Nacht herrschte Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa. Es blieb weitgehend trocken, gebietsweise hatte sich Nebel gebildet, zum Teil war der Himmel aber gering bewölkt oder klar. Während die nächtlichen Tiefsttemperaturen im größten Teil unseres Landes im Bereich "leichten Frostes" zwischen 0 und -5 °C lagen, hielten sich im unmittelbaren Nordseeküstenbereich meistens positive Temperaturminima, auf ganze Zahlen gerundet zwischen +2 °C in Leck und +6 °C auf Helgoland. Ursache dafür ist das nahe Meer mit Oberflächentemperaturen in der Deutschen Bucht zwischen 6 und 11 °C, dessen "Wärmreservoir" eine allzu starke nächtliche Auskühlung verhinderte.

Am Alpenrand sowie in den Alpen selbst sank das Quecksilber dagegen vielerorts in den "mäßigen Frostbereich" zwischen -5 und -10 °C, örtlich gab es "strengen Frost" mit Temperaturminima unter -10 °C. Kältester Ort der vergangenen Nacht innerhalb des Messnetzes des Deutschen Wetterdienstes war Oberstdorf(806 m NN) mit -13.4 °C, gefolgt von Reit im Winkl (685 m NN) mit -13.3 °C und Leutkirch-Herlazhofen (671 m NN) -12.4 °C.

Bei ruhigen Hochdruckwetterlagen, in denen der lokale Strahlungs- und Energiehaushalt dominieren, geht die nächtliche Abkühlung der Atmosphäre stets unmittelbar vom Erdboden aus. So ist es kein Wunder, dass dann die täglich um 06:00 UTC ermittelte "Tiefsttemperatur in Erdbodennähe" unterhalb der üblichen, zwei Meter über Grund gemessenen Minimaltemperatur liegt. In der vergangenen Nacht sorgte das hohe Emissionsvermögen des schneebedeckten Bodens in Oberstdorf und Reit im Winkl für ideale Strahlungsabkühlung, so dass das Quecksilber dort in Erdbodennähe auf -19 bzw. -18 °C sank.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.12.2013

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