23
Dec
2013

Was ist "normales" Weihnachtswetter?

Dass die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage "grün" bleiben und dazu noch recht mild mit Höchstwerten, die besonders am Heiligabend und am 1. Feiertag vielerorts im zweistelligen Plusbereich liegen werden, ist ja schon seit einigen Tagen ausführlich diskutiert worden. Da kommt doch immer wieder die Frage auf: Ist das normal?

Die Antwort lautet: Ja, aber... Tageshöchstwerte über 10 Grad sind tatsächlich selten, meist liegen sie so zwischen 4 und 8 Grad - die Bergregionen natürlich ausgenommen. Jedoch sind die letzten milden Feiertage nicht lange her. Im vergangenen Jahr wurden verbreitet 13 bis 16 Grad gemessen, in Müllheim (Baden-Württemberg) sogar 18,4 Grad. Damals purzelten einige Dezember-Rekorde. Die Jahre zuvor waren dann um einige Grad kälter. Erst im Jahr 1977 findet man ähnliche Weihnachtstemperaturen.

Weihnachten ohne Schnee und zumindest tagsüber auch ohne Frost sind - wenn man einmal die Hochlagen der Mittelgebirge und natürlich auch die Alpenregion ausnimmt - bei uns die Regel. Natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme... Sie erinnern sich bestimmt noch an die letzten "richtigen" Schnee-Weihnachten 2010. Da legte sich eine ziemlich dicke weiße Decke über Deutschland. In Chemnitz wurden sogar mehr als 40 cm gemessen. 2009 gab es immerhin ein paar Zentimeter Schnee. Aber dann muss man in den Annalen lange zurückblättern. 1981 war wieder so ein Jahr mit "weißer Weihnacht". In Frankfurt/Main wurden beispielsweise 19 cm Schnee gemessen Die Freude darüber hielt sich allerdings bei vielen Großstädtern in Grenzen.

Als: nehmen wir es in diesem Jahr wie es kommt. Wer bei 8 bis 14 Grad eher an Frühlingstemperaturen denkt, wird allerdings schnell eines Besseren belehrt. Der Regen gepaart mit dem auffrischenden, im Norden sogar in Böen stürmischen Wind sorgt dafür, dass wir die Witterung eher als nasskalt empfinden werden.

Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.12.2013

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